Persönlich: Mein Geburtsbericht oder „Schatz! Ich habe Dich noch nie so leiden sehen“

Ich habe lange überlegt ob ich über die Geburt etc. berichte. Aber dann dachte ich mir, warum nicht. Fast jeder dem ich begegne fragt nach der Geburt und ich erzähle es gerne. Warum nicht auch hier, wenn ich vielleicht anderen damit helfen kann. Euch ein wenig die Angst vorm Kinder bekommen nehmen kann.

Es war soweit, der Tag X war da…

 

Spät abends am 9. Oktober ( mein ET) hatte ich einen Blasensprung. Ich wollte gerade schlafen gehen, als plötzlich eine weißliche Flüssigkeit unten austrat. Es war ein komisches Gefühl . Aber ich wusste irgendwas stimmt nicht. Ich rannte ins Bad und rief meinen Mann nach oben … wir googelten erstmal ob es sich um Fruchtwasser handelt und ich Klinik Tasche war im übrigen schon im Auto.

Da ich am morgen noch bei meiner Frauenärztin war, wusste ich das mein Muttermund bereits 3 bis 4 Zentimeter geöffnet war. Durch eine Streptokokken Infektion wusste ich auch das ich gleich bei einem Blasensprung ( was nun der Fall war) ins Krankenhaus fahren sollte, um alle vier Stunden ein Antibiotikum zu bekommen.

Nun muss ich sagen ich hatte noch keine Wehen zu diesem Zeitpunkt als die Fruchtblase platzte. Mein Mann und ich waren voller Aufregung und fuhren ins Klinikum.

Dort angekommen, klingelte ich an der Tür der Frauenstation. Es war recht ruhig im Kreisaal und ich wurde zu allererst untersucht und ans CTG angeschlossen.

Nach dem klar war das es jetzt wirklich so langsam losging, bekam ich auch die „langersehnte“ Nadel in die Hand seitlich gestochen um das Antibiotikum zu bekommen und wurde erstmal zum schlafen ins Zimmer verfrachtet. Am nächsten Tag sollte eingeleitet werden. In der Nacht verspürte ich auch in Abständen leichte Bauchschmerzen. Dies ´mussten wohl Wehen sein.  Zum Glück war es noch auszuhalten . Schlafen konnte ich trotzdem nicht, da jedes Mal wenn man eingeschlafen war die Schwester rein kam um irgendwas abzuchecken.

Ich war im übrigen mit zwei weiteren Frauen auf dem Zimmer. Was ich auch okay fand.  Dennoch war schlafen überbewertet.

Was ja auch sowieso die nächste Zeit auf Eis gelegt wird.

Am nächsten morgen gegen circa 11 Uhr mittags wurde mit einer Tablette vaginal eingeleitet. Noch das geringste Übel was mir bevorstand. Nachdem ich die Tablette intus hatte, schlich ich mit meinem Tropf und dem Antibiotikum zum Mittag essen. (Mein Mann natürlich immer im Schlepptau.)

Während des Mittagessen merkte ich schon wie die Tablette anfing zu wirken und auch als ich noch auf dem Zimmer war wurde es immer heftiger, so dass ich mich zum CTG schneller auf den Weg machte als geplant. Unterwegs zum Kreisaal musste ich immer wieder Pausen machen. Ich wusste nicht ob ich sitzen oder stehen sollte, als eine Wehe kam. Es war immer anders.

Mein Mann machte immer blöde Witze, so dass ich im ersten Moment weinen musste und im zweiten lachen. Der Schmerz war schon krass.

Immer dabei der Tropf mit dem Intravenösen Antibiotikum.

Irgendwann im Kreisaal angekommen, wurde ich ans CTG angeschlossen. Jedoch nicht lange. Die Wehen wurden immer krasser. Es war auszuhalten, aber echt heftig. Man kann es kaum beschreiben. Diesen Schmerz so komisch es klingt, muss man einfach selber erleben.

Mädels, eins soll gesagt sein. Habt keine Angst vor dem Schmerz der Wehen. Macht Euch nicht so viel Kopf. Es kommt alles anders als man denkt. Jeder übersteht das.

Nun gut, bei mir ging es dann vom CTG nochmals auf den Stuhl zur Untersuchung. Nachdem die Ärztin mich untersucht hatte, hieß es “ So wir gehen jetzt mal langsam in Kreis Saal“… ich stolperte mit meinem noch immer vor mir hinschiebenden Tropf in das Kreis Saal Zimmer.

Ich hatte mir immer den Gebärhocker gewünscht. Am Tag X kam alles anders. Ich bevorzugte das Bett. Immer wenn eine Wehe kam Stand ich oder lag auf der Seite. Welches wirklich an angenehmsten war.

Plötzlich kam das volle Programm. Ich fing an zu zittern. Wie eine Art Schüttelfrost. Ja doch, so kann man es beschreiben…. ich hechelte mit meinem Mann um die Wette. Aber alles noch zu ertragen.

Klar, es waren die Schmerzen meines Lebens. Glaubt mir!

Als nächstes ging es in die Übergangsphase… kurz vor der Endphase. Mir kam es oben und unten raus. Mein Mann musste mir aus dem Zimmer ein neues Leibchen holen. ( Ich hatte mir übrigens meine Basic Schwangerschaftskleidchen eingepackt extra für die Geburt. Ich wollte nicht die Krankenhaus Hemden die hinten offen sind anziehen.

Irgenwie kam mir die Geburt gar nicht so lange vor. Das war die größte Panik die ich hatte. Nicht die Schmerzen,  sondern die Zeit an sich. Das es einfach so lange dauert. Was ja für mich Gott sei Dank nicht so lange war. ( Die Geburt dauerte rund 6 Stunden, seid der Einleitung).

Im übrigen hatte ich eine wundervolle Hebamme und Hebammenschülerin. Die mich die ganze Zeit total gut immer wieder motivierten. Wirklich hammer die Damen. Ich bedanke mich dafür.

Als es dann in die Endphase ging und ich eigentlich ja eine PDA haben wollte, es aber zu spät war, wurde mir ein Pseudo Schmerzmittel intravenös verabreicht. Was auch irgendwie half. Außerdem bekam ich noch ein Wehen Helfer, da meine Wehen zu kurz andauerten. Zum Schluss hatte ich einfach keine Kraft mehr um zu pressen. Dadurch ging das dann zum Glück wieder besser.

Um 17.20 Uhr war es dann so weit. Unsere Hanna wurde geboren. Ein Glücksgefühl was man nicht beschreiben kann. Man muss es einfach selber erleben. Man wird überschüttet von bedingungsloser Liebe! Pure Liebe!

 

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